Wow, schon ist wieder der letzte Monat des Jahres da! Hier sind die Infos zum Dezember:

Der Name Dezember leitet sich von der römischen Zählung der Monate ab. Dezember (lat. decem = zehn) war damals der zehnte Monat des Jahres. 153 v. Chr. wurde der Jahresbeginn dann 2 Monate vorverlegt, weshalb Dezember nun bei uns der 12. Monat im Jahr ist.

Alte Namen für Dezember sind Julmond (wegen der Wintersonnenwende, an der das Julfest gefeiert wurde), Schlachtmond (wegen der Hausschlachtungen), Christmonat, Heiligmond oder Heilmond.

Der Dezember steht ganz im Zeichen der Dunkelheit. Die Natur ruht sich aus, alle ihre Energie hat sich zurückgezogen und wartet auf den Frühling. Es ist auch eine gute Zeit um selbst zur Ruhe zu kommen, zu lesen, zu basteln, nachzudenken, zu reflektieren und zu meditieren. Ruhe und Stille gibt hier Kraft. Ihr seht, die viel praktizierte Weihnachtshektik passt eigentlich so gar nicht in die Energie dieser Zeit.

Zur Wintersonnenwende besiegt das Licht die Dunkelheit, die Hoffnung triumphiert. Das lehrt uns, dass jede Dunkelheit und jede Krise endet und Neues geboren wird.

 

Der Dezember und die Lyrik

Es gibt zahlreiche Dezember-, Advents-, Weihnachts- und Wintergedichte. Diese beiden hier möchte ich mit euch teilen:

Lieber, guter Weihnachtsmann

Lieber, guter Weihnachtsmann,
zieh die langen Stiefel an,
kämme deinen weißen Bart,
mach‘ dich auf die Weihnachtsfahrt.

Komm‘ doch auch in unser Haus,
packe die Geschenke aus.
Ach, erst das Sprüchlein wolltest du?
Ja, ich kann es, hör mal zu:

Lieber, guter Weihnachtsmann,
guck mich nicht so böse an.
Stecke deine Rute ein,
will auch immer artig sein!

(Verfasser unbekannt)

Die Weihnachtsmaus

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar –
sogar für die Gelehrten.
Denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen und mit Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
Ich hab´ es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter;
Was seltsam und erstaunlich war.
Denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andren leck`ren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen!

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da
und just am Feiertage!

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
Sind erst die Süßigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!

Und wirklich wahr: Die Maus blieb weg,
sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus,
– bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bißchen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen.

(James Krüss)

 

Adventszeit

Kommt von lat. „adventus“, was Ankunft bedeutet, bzw. von „adventus Domini“, was Ankunft des Herrn bedeutet. Es ist die Zeit der Vorbereitung der Geburt Jesu und des Weihnachtsfestes.

Brauchtum: Adventsfasten, die Adventssonntage, Adventskranz, Adventskalender, Lichterbögen / Adventsleuchter, Advents- und Weihnachtslieder, Plätzchen

 

 

Besondere Feiertage und Feste im Dezember

  • 1. Dez. – Welt-Aids-Tag: Gedenktag für die an AIDS Verstorbenen und Aktionstag zur Solidarität und gegen die Diskriminierung von Betroffenen

 

  • 2. Dez. – Internationaler Tag für die Abschaffung der Sklaverei: Erinnerung an Sklaverei und Bekämpfung von Ausbeutung und Handel mit Menschen

 

  • 3. Dez. – Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung: Gedenk- und Aktionstag für die Belange und Probleme von Menschen mit Behinderung

 

  • 4. Dez. – Barbaratag: Gedenken an die heilige Barbara von Nikomedia

Barbara hat sich dem Christentum verschrieben und wollte ein Leben in Demut führen. Ihr Vater wollte ihr dies austreiben und sperrte sie in einen Turm. Ihr Glaube wurde dadurch nur noch stärker. Ihr Vater folterte und enthauptete sie schließlich. An Ihrem Todestag sollen Zweige erblüht sein, die sie zuvor ins Wasser stellte, weil sie auf dem Weg ins Gefängnis mit ihrer Kleidung daran hängen blieb.
Brauchtum: Am Barbaratag werden Zweige von z. B. Kirsch- oder Apfelbaum abgeschnitten und ins Wasser gestellt. Diese Zweige sollen bis Heiligabend blühen und die Winterzeit erhellen. Sie stehen für Hoffnung und neues Leben.

 

  • 5. Dez. – Internationaler Tag des Ehrenamtes: Gedenk- und Aktionstag zur Anerkennung und Förderung ehrenamtlichen Engagements

An diesem Tag wird auch das Bundesverdienstkreuz verliehen.
An dieser Stelle herzlichen Dank an alle ehrenamtlich und freiwillig Tätigen in aller Welt!

 

  • 6. Dez. – Nikolaustag: Gedenktag an Nikolaus von Myra

Nikolaus wurde mit 19 Jahren zum Priester geweiht und später wurde er der Bischof von Myra (das liegt in der heutigen Türkei). Er war barmherzig, gütig und handelte uneigennützig. Das Geld, welches er von seinen wohlhabenden Eltern geerbt hat, hat er den Armen gespendet.
Brauchtum: Einkehrbrauch: Nikolaus kommt ins Haus und befragt die Kinder ob sie auch brav waren (manchmal sagen Kinder Gedichte auf), Geschenke (Nüsse, Orangen, Süßigkeiten, …) , Einlegebrauch: nächtliches Füllen der Schuhe (am Vorabend werden die Schuhe rausgestellt), einigerorts kommt Nikolaus mit dem Krampus bzw. Knecht Ruprecht (der die Kinder erschreckt), Schiffchensetzen (falten und basteln von Schiffen, in die dann die Geschenke hineingelegt werden)

 

  • 10. Dez. – Internationaler Tag der Menschenrechte / Human Rights Day: Gedenken an die „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“ die am 10. Dezember 1948 verabschiedet wurde

Die Menschenrechtserklärung oder UN-Menschenrechtscharta wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris verkündet. Sie besteht aus 30 Artikeln, ist aber nicht einklagbar, da sie keine verbindliche Rechtsquelle darstellt. Sie ist einer, der am Meisten übersetzten Texte weltweit.

 

  • Zweiter Sonntag im Dezember – Worldwide Candle Lighting: Weltgedenktag für alle verstorbenen Kinder.

In der ganzen Welt stellen die Menschen zum Gedenken an verstorbene Kinder um 19 Uhr entzündete Kerzen ans Fenster. Es soll eine Lichterwelle durch die Welt gehen. Jedes Licht steht dafür, das diese Kinder das Leben erhellt haben und unvergessen bleiben. Es finden auch Gedenk- und Trauerveranstaltungen statt.

 

  • 18. Dez. – Internationaler Tag der Migranten: Fokus auf Probleme, Rechte und Schutz von Migranten und ihren Familienangehörigen

Von der UN-Vollversammlung wurde am 18. Dezember 1990 die Internationale Konvention zum Schutz der Rechte aller Migranten und ihrer Familienangehörigen verabschiedet

 

  • 21. Dez. – Thomastag und Thomasnacht: Gedenken an den Apostel Thomas, einem der 12 Jünger Jesu

Der „ungläubige Thomas“ glaubte erst nicht an die Auferstehung Christi. Erst als er ihn sah konnte er seine Zweifel ablegen. Da Thomas am Längsten gezweifelt hat, wurde ihm die längste Nacht des Jahres als Gedenktag zugesprochen.

 

  • 21. oder 22. Dez. – Wintersonnenwende und Thomastag: Längste Nacht des Jahres, kürzester Tag des Jahres

Beginn des astronomischen Winters. Ab hier werden die Tage wieder länger. Das Licht siegt sozusagen wieder über die Dunkelheit. Das Julfest war die germanische Feier zur Wintersonnenwende (Feier zur Wiedergeburt des Lichtes).
Hier beginnt auch für einige die Zeit der Rauhnächte (Je nach Quelle ist es meist die Zeit zwischen dem 21. Dezember bzw. dem 25. Dezember und dem 6. Januar).

Wintersonnenwendtermine, die nächsten Jahre:
2018: 21. Dezember
2019: 22. Dezember
2020: 21. Dezember

 

  • 24. Dez. – Heiligabend: Heiliger Abend, Weihnachtsabend

Feiern der bevorstehenenden Geburt von Jesus Christus.
Bauchtum: Familiäre Weihnachtsfeier, Essen (z. B. Kartoffelsalat mit Würstchen, Fleischpflanzerl = Frikadellen, …), Bescherung – Geschenke, Weihnachtsbaum, Krippe, Wichteln, Christmette, Christvesper, Krippenspiele, Weihnachtsmusik, Weihnachtssingen

 

  • 25. Dez. – 1. Weihnachtsfeiertag: Feiern der Geburt von Jesus Christus

Brauchtum: Essen mit Familie (z. B. Gans)

 

  • 26. Dez. – 2. Weihnachtsfeiertag / Stephanstag: Gedenken an den heiligen Stephanus

 

  • 31. Dez. – Silvester / Altjahrestag / Jahresendfest: Gedenken an den heiligen Papst Silvester dem I.

Brauchtum: Feiern, Feuerwerk und Glockengeläut zum Vertreiben der bösen Geister, Bleigießen, Anstoßen mit Sekt, Dinner for One, Glück- und Gesundheitswünsche, Glücksbringer

 

 

Rauhnächte

Früher folgten die Menschen den Zyklen des Mondes, den diese waren leichter zu erkennen als die der Sonne.
Ein Mondzyklus / Mondmonat dauert ca. 29,5 Tage. Wenn man diese Tage mal 12 nimmt, erhält man 354 Tage. Es fehlten also 11 Tage und 12 Nächte um das Jahr voll zu machen. Das sind die Rauhnächte, die Zeit außerhalb der Zeit. Das Alte ist vergangen und das Neue noch nicht da. Es ist die Zeit zwischen den Jahren, eine magische und ruhige Zeit. Man sagt, in den Rauhnächten stellt man die Weichen für das kommende Jahr.

Die Wortherkunft ist nicht ganz klar. Vielleicht kommen die Rauhnächte von Rauch und Räuchern und es waren eigentlich Rauchnächte. Oder es kommt von dem mittelhochdeutschen Wort „rûch“ (haarig, pelzig), so sollen die bösen Geister aussehen. Oder es kommt von rauh (wild), vielleicht aber auch alles zusammen.

Der Beginn der Rauhnächte wird meist entweder ab der Wintersonnenwende gefeiert oder ab dem 25. Dezember. Sie enden am 6. Januar. Sie heißen auch die Zwölften, da es an sich 12 Rauhnächte sind, 6 Tage vor und 6 Tage nach dem Jahreswechsel. Jede der Rauhnächte symbolisiert einen kommenden Monat des neuen Jahres. Auch wie das Wetter in der Nacht ist, soll sich auf den entsprechenden Monat auswirken. Und es heißt, was in den Nächten geträumt wird kann sich in den zugehörigen Monaten verwirklichen. Es gibt viele Bräuche und Rituale für diese Zeit.

  1. Rauhnacht: vom 24. auf den 25. Dezember -> Januar
  2. Rauhnacht: vom 25. auf den 26. Dezember -> Februar
  3. Rauhnacht: vom 26. auf den 27. Dezember -> März
  4. Rauhnacht: vom 27. auf den 28. Dezember -> April
  5. Rauhnacht: vom 28. auf den 25. Dezember -> Mai
  6. Rauhnacht: vom 29. auf den 30. Dezember -> Juni
  7. Rauhnacht: vom 31. Dezember auf den 01. Januar -> Juli
  8. Rauhnacht: vom 01. auf den 02. Januar -> August
  9. Rauhnacht: vom 02. auf den 03. Januar -> September
  10. Rauhnacht: vom 03. auf den 04. Januar -> Oktober
  11. Rauhnacht: vom 04. auf den 05. Januar -> November
  12. Rauhnacht: vom 05. auf den 06. Januar -> Dezember

 

Ich wünsche euch eine wunderbare Adventszeit, ein entspanntes Fest der Liebe und natürlich einen guten Rutsch ins neue Jahr!