Neben Beziehungsgefühlen wie Liebe, Sehnsucht, Nähe, Mitgefühl gibt es im Trauerprozess auch die Trauergefühle wie Sinnlosigkeit, Betäubung, Ohnmacht, Schmerz, Schuld, Scham, Leere, Wut, usw. In der Trauer geht es darum, die gesamte Gefühlspalette wahrzunehmen, kennenzulernen, zu spüren, zu akzeptieren, zu bearbeiten, zu strukturieren, auszudrücken, zu gestalten, zu ordnen, sie da sein zu lassen, sie aber auch mal zu begrenzen. Mal wird dieses, mal jenes Gefühl, mal stärker, mal schwächer, mal überwältigender, mal sanfter im Fokus stehen.

Roland Kachler hat mal geschrieben „In den Trauergefühlen wohnt die Liebe“. Ich finde das sehr schön ausgedrückt, denn Liebe ist der Grund und die Essenz des Trauererlebens und eben auch der Trauergefühle.
Auch wenn du übrigens die tröstlicheren Beziehungsgefühle (wie Liebe, Nähe) gerade vor lauter Trauergefühlen (noch) nicht spüren kannst, denk daran, dass diese schmerzlichen Gefühle auch Ausdruck deiner Liebe sind.

Erlaube dir die Trauer auszuleben und anzusprechen, wenn dir danach ist. Trauer dauerhaft nicht zu zeigen, ihr keinen Raum zu geben kann dich krank machen. Finde deinen Weg und deinen Ausdruck dafür. Gerne unterstütze ich dich auch dabei.

Im Bild unten habe ich mir mal Kärtchen gebastelt mit den Trauergefühlen nach Roland Kachler (aus Hypnosystemische Trauerbegleitung – Ein Leitfaden für die Praxis, 4. Auflage 2017, Carl-Auer Verlag GmbH, Heidelberg = Ein sehr gutes Fachbuch für professionell mit Trauer Arbeitende — für Trauernde selbst empfehle ich seine zahlreichen anderen Bücher!).