Wenn wir einen Verlust erleben, trauern wir nicht nur um den Verlust alleine, sondern auch um die Folgen, die er mit sich bringt.
Verluste sind meist komplex, vielschichtig und haben weitreichende Konsequenzen, die anderen oft gar nicht so bewusst sind. Deswegen möchte ich mit diesem Artikel die Achtsamkeit hierzu fördern..

Man unterscheidet in der Trauertheorie zwischen primären und sekundären Verlusten:

Primärer Verlust – Das was ich tatsächlich verloren habe:

Beispiele: die geliebte Person die verstorben ist , der Verlust einer Fähigkeit nach einem Unfall / Krankheit / Alter, der Verlust der Arbeitsstelle, das verstorbene Tier, die ungewollte Kinderlosigkeit – Und vieles mehr!

Sekundärer Verlust – Die Folgen daraus:

Wenn beispielsweise das einzige Kind verstirbt: Verlust der Lebenssituation des Elternseins, Lebendigkeit im Haus ist verloren, keine anderen Kinder mehr zu Besuch, Sozialkontakte zu anderen Eltern fort,
keine Enkel, verlorene Zukunftsperspektiven, verlorene gemeinsame zukünftige Erlebnisse und Meilensteine im Leben, verlorene Hoffnungen und Träume – Und vieles mehr!

Wenn ein Partner verstirbt: Fähigkeiten im Haushalt gehen verloren – wie funktioniert kochen, wenn es immer der Partner gemacht hat? Wie funktioniert der Steuerkram? Wie pflege ich den Garten oder das Auto? Wie mache ich das alles alleine? Finanzielle Schwierigkeiten, Keine kuscheligen Abende mehr vor dem Fernseher, kein Teilen von wunderbaren Augenblicken, keine gemeinsamen Urlaube mehr, keiner mit dem man alles besprechen kann – Und vieles mehr!

Wenn ein Hund verstirbt: Die Sozialkontakte auf der Hundewiese fehlen, niemand der sich schwanzwedelnd freut wenn man nach Hause kommt, keine Hundetraining mehr, kein gemeinsames Kuscheln – Und vieles mehr!

Wenn man keine Kinder bekommen kann: Man wird nie erleben wie es ist Elternteil zu sein, man kann nie auf Elternabende gehen, wird nie eine Horde Kinder im Haus haben wegen Kindergeburtstagen, man wird nie Großeltern sein, man wird nie ein Zuhause voller bunter Spielzeuge haben, andere verurteilen einen weil man „nichts“ zur Gesellschaft und Rente beiträgt, andere halten einen für egoistisch weil man kinderlos ist, man kann nie das Wunder des Lebens und der Geburt erleben, nie ein Kind unter dem Herzen tragen, nicht auf dem Spielplatz mit anderen Müttern schnacken und die Kids beobachten – Und vieles mehr!

-> So führt „ein“ Verlust, zu ganz ganz vielen weiteren Folgeverlusten..

Bestimmt hast du noch viele Beispiele und Erfahrungen aus deinem Leben.. Unter was für sekundären Verlusten leidest du? Welche Folgen deines Verlustes sind besonders hart oder schwierig für dich? Teile das gerne im Facebook-, Twitter– oder Instagram-Beitrag hierzu, wenn du es möchtest. Lasst uns zusammen dazu beitragen, die Menschen für Trauer und ihre Folgen zu sensibilisieren. Denn wir sind alle irgendwo Trauernde..