BleibGesundCamp 2019 mit Death Café

Am Wochenende war ich wieder auf einem Barcamp unterwegs. Diesmal war es das BleibGesundCamp in Esslingen, ein Barcamp zu den Themen Gesundheit, Nachhaltigkeit und Wohlbefinden. Weitere Infos auf der Webseite: https://www.bleibgesundcamp.de/

Lange hatte ich überlegt, was ich anbieten will (auf Barcamps ist man ja Teilnehmer und Teilgeber, wenn man möchte).. Dann letzten Donnerstag morgen war es klar. Ich hatte ja schon länger Lust darauf etwas ganz Bestimmtes zu gestalten und ich hatte mich auch schon informiert gehabt: Meine Session wird ein „Death Café“ sein!

Der ein oder andere weiß jetzt mit diesem Begriff vielleicht nichts anzufangen, deshalb erkläre ich noch kurz was damit gemeint ist: Death Cafés sind Zusammentreffen von unterschiedlichsten Menschen, in lockerer und offener Atmosphäre, um sich über das Thema Tod, Leben, Lebensende, Sterben usw. auszutauschen.

Ziele u. a.:

  • Bewusstsein für den Tod und die Endlichkeit des Lebens zu schaffen
  • Daraus folgend -> das Beste aus seinem Leben machen
  • Andere Sichtweisen und Gedanken kennenlernen
  • Ängste reduzieren durch offene Auseinandersetzung

Ein Death Café ist übrigens nicht zu verwechseln mit einer Trauergruppe oder Selbsthilfegruppe! Das Thema Trauer gehört sehr wohl dazu, es findet aber keine persönliche Trauerbegleitung / -beratung / -bewältigung statt.

Die Ursprünge des Death Cafès liegen einmal in England (2011 – Jon Underwood hat es in Großbritannien begründet und dann ging es von dort als soziales Franchise um die Welt) und einmal in der Schweiz (2004 – Café mortel von Bernard Crettaz).
Das Death Cafè – Modell von Jon Underwood basiert auf den Ideen von Bernard Crettaz und seinem Café mortel. Jon Underwood ist leider schon mit 44 Jahren im Jahr 2017 verstorben, sein Death Café lebt dennoch in der ganzen Welt weiter. Hier ist die offizielle Webseite: https://deathcafe.com

Hier ein paar Impressionen vom BleibGesundCamp:

Meiner einer

Wie gewohnt duzt man sich auf Barcamps, deshalb sind auf den Namensschildern: Der Vorname, der Twitter Handle (auf Barcamps wird viel getwittert und sich so auch vernetzt, Hashtag war #gesund19) und die eigenen 3 Hashtags (bei mir #Trauer #Kreativität #Lebensfreude).

Nach der Einführung der Organisatioren Erik, Martin und Gabi, ging es an die Sessionvorstellung. Hier habe ich auch meine Session vorgestellt. Ich habe sowas gesagt wie: „Der ein oder andere von euch weiß ja, dass ich Trauerbegleiterin bin, ich dachte aber, dass ich euch heute ein leichteres Thema mitbringe *dramatische Pause* Nämlich den TOD“ 😉 usw..

So sah mein Sessionzettel aus:

Death Café – Sessionzettel

So sah das Sessionboard am Samstag nach der Sessionvorstellung aus:
(Wie immer hatten wir alle die Qual der Wahl, weil viele tolle Sessions parallel laufen)

Es gab Sessions zu verschiedensten Themen. Beispiele sind: Fasten, Minimalismus, Glück und Loslassen, brasilianische Tänze, Suizid, Nachhaltigkeit im Alltag, intuitives Bogenschießen, Enneagramm, Migräne, Hören, Schlaf, Yoga, Stabfechten, Rauchen aufhören, Ayurveda, „Gesunde Naschteller“, und und und
Eine Session dauert übrigens 45 Minuten (bis maximal 1 Std., weil dann die nächste Session startet – außer es ist Pause).

Hier ein Bild der gesunden Naschteller:

Mit Essen und Trinken wurden wir insgesamt in allen Pausen wieder super von Sponsoren versorgt! Mittags gab es Wichtelkuchen (ist sowas wie Pizza) und es war ganz köstlich. Auch die Bakerfee hat uns hervorragend versorgt, wie immer!

Nachmittags hatte ich meine Session „Death Café“. Ich war positiv überrascht, dass sich so viele dafür interessierten. Trotz der kurzen Zeit sprachen wir über alles Mögliche, was mit dem Tod zusammenhängt.
Ich begann mit einer kurzen Einführung über die Ursprünge und Ziele des Death Cafés, hab auch kurz erzählt, dass die Beschäftigung mit dem Tod glücklich macht (siehe „das Königreich des Glücks“ Bhutan, anscheinend sind die Menschen dort u. a. so glücklich und zufrieden, weil sie täglich mindestens 5 mal über den Tod nachdenken! – Auch Hinweis auf die App „WeCroak“, die auf diesem Prinzip funktioniert und 5 mal am Tag an den Tod erinnert. – Es gibt auch noch andere Studien in dieser Richtung).
Gesprochen wurde dann über unterschiedliche Aspekte des Todes: Von den Dingen, die man am Sterbebett bereuen könnte, was „danach“ wohl kommt, von Suizid, Trauer um Angehörige und Tiere, Prioritätenveränderung, Näheerfahrungen (und dass die normal sind), Sterben lieber plötzlich und schnell oder doch lieber langsamer mit Zeit für Abschied, wie soll die eigene Beerdigung aussehen, und vieles mehr. So konnten in kurzer Zeit viele Gedanken ausgesprochen und diskutiert werden. Der ein oder andere äußerte auch, dass es tröstlich sei über diese Gedanken zu reden und das Thema dadurch leichter würde. Es war wirklich schön und ich habe auch festgestellt, dass mein Wissen und die Erfahrungen aus der Trauerbegleitung hier auch sehr nützlich einzubringen sind.

Ein bisschen Deko hatte ich auch dabei.

Die örtlich nächsten Death Cafés in unserer Umgebung sind übrigens momentan in München und in Freiburg.

Falls Ihr auch mal zu so einem Death Café wollt, aber nicht viele Kilometer dafür fahren wollt, bleibt gespannt! Ich bin mir sicher, dass ich bald eins hier in Reutlingen organisiere!

Hier noch ein toller Twitter Kommentar von Bianca (https://twitter.com/bkastl – folgt ihr doch einfach) zur Death Café Session:

Danke Bianca!

Der Abschluss des Barcamp-Samstags war wieder gemeinsam:

Mit einem Foto einer der leckeren Waffeln vom Nachmittag,
danke nochmal liebe Bakerfee (https://www.bakerfee.de/ )!

Und Goodie-Bags gab es auch wieder \o/

Danke an das Orgateam, an die Sponsoren des Events und natürlich an die vielen wunderbaren Teilnehmer, die das Barcamp und die Inhalte erst möglich machen!
(Übrigens gab es auch am Sonntag auch noch einen Barcamp-Tag, also das ganze Wochenende, ich war dieses Jahr aber nur Samstags vor Ort)


Bis nächstes Jahr beim BleibGesundCamp!

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