Memento Tag 2019

Heute am 8.8. ist Memento-Tag! Und zwar der Erste überhaupt!
Viele engagierte Menschen, vor allem Trauerbegleiter, haben diesen Gedenktag ins Leben gerufen. Ihr könnt gerne auf https://mementotag.de/ näheres darüber nachlesen, wenn Ihr wollt.

Auch ich fühle mich als Botschafterin für diesen Tag und deshalb geht es hier auch heute um dieses Thema:

Der Memento (mori) Tag möchte ab heute einmal im Jahr ganz offiziell Raum und Bewusstsein schaffen für alle Themen rund um den Tod. Er will die Gesellschaft auf Sterben, Tod und Vergänglichkeit aufmerksam machen und Menschen ermutigen, über diese Themen nachzudenken und miteinander zu sprechen (so wie wir das beim Death Café Reutlingen tun). 

Memento mori bedeutet soviel wie „Bedenke, dass du sterblich bist“.

Einige Ideen für dich und den heutigen Memento Tag:

Vielleicht möchtest du dir heute Zeit nehmen um über deine Gedanken, Wünsche, aber vielleicht auch Sorgen und Ängste bezüglich dem Lebensende nachzudenken. Es ist dabei übrigens hilfreich, diese Gedanken niederzuschreiben. Es gibt etwas, dass sich „Braindumping“ nennt. Dazu nimmst du dir einfach einen Stift, Papier und etwas Zeit (z. B. 10 Minuten) und dann schreib alles nieder, was dir zum Thema Tod in den Sinn kommt (deine Gedanken, Sorgen, Wünsche, Einstellungen, Fragen, etc.).
Noch ein Tipp von mir: Diese Technik eignet sich übrigens auch bei hartnäckigen Grübelgedanken und Sorgen. Schreibe alle deine Gedanken nieder und übergib sie dem Papier. Danach bist du oft freier und du kannst dich wieder etwas anderem widmen. Deine Gedanken gehen ja nicht mehr verloren, wenn du jetzt nicht mehr an sie denkst, da sie auf Papier festgehalten sind.

Vielleicht magst du heute auch einen Brief an einen geliebten Verstorbenen schreiben. Vielleicht möchtest du erzählen, was du erlebt hast, in schönen Erinnerungen schwelgen oder noch Ungesagtes ausdrücken.

Vielleicht magst du heute auch ein Bild über den Tod malen oder skizzieren. Vielleicht findest du ein Symbol für den Tod und gestaltest dieses.
Vielleicht magst du auch einen wunderschönen sicheren Ort für einen Verstorbenen kreieren. Ein Ort an dem er oder sie gut aufgehoben ist, so wie es ihm oder ihr gefallen würde.

Vielleicht magst du heute auch einfach nur eine Kerze für einen Verstorbenen anzünden und gute Gedanken schicken oder etwas erzählen (in Gedanken oder laut). 

Vielleicht magst du dir auch die Zeit für einen Spaziergang nehmen und über das Thema nachsinnen. 

Vielleicht magst du auch einen Grabbesuch machen und die Ruhe auf dem Friedhof genießen.

Du könntest dir auch heute die Zeit nehmen, dass vielleicht schon lange vor dir hergeschobene Thema der Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Testament oder Bestattungsverfügung anzugehen. Oder du sprichst z. B. mit deinen Eltern oder Großeltern darüber, was sie sich eigentlich bezüglich ihrem Lebensende wünschen.

Vielleicht kommst du heute auch mit jemandem Vertrauten über das Thema ins Gespräch. Live oder am Telefon. Dieser Tag ist ein toller Anlass um sich mit anderen über das Thema auszutauschen.

Vielleicht hast du auch Lust eine Bestattungs-Playlist zu erstellen. Eine Sammlung aus schönen, traurigen oder fröhlichen Liedern, die dir etwas bedeuten (und die deine Angehörigen mal an deiner Beerdigung spielen sollen). Dieses Playlist kannst du jederzeit aktualisieren und ändern. Erzähle einer Vertrauensperson davon, dass es diese Liste gibt.

Vielleicht magst du heute auch über den Tod meditieren.

Vielleicht magst du auch etwas zu diesen Themen lesen, recherchieren oder anschauen.

Vielleicht magst du auch einfach was ganz anderes machen. Vielleicht hast du andere tollen Ideen, um dir das Thema Sterblichkeit und Vergänglichkeit ins Bewusstsein zu rufen. Tu was du magst, schließlich bist du eine freie Frau / ein freier Mann!

Erzähle und berichte gerne darüber! Hashtag ist #mementotag und #080819

Und, falls du dich jetzt fragst: „Was will die Sandra von mir, warum soll ich überhaupt über den Tod nachdenken?“

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Ich sage dir dazu..
Der Tod gehört zum Leben. Ihn auszuklammern bewahrt dich nicht vor ihm. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema kann dir helfen Ängste darüber zu reduzieren. Es kann dich auf Begegnungen mit dem Tod sogar „etwas“ vorbereiten und dir das Ganze ein wenig leichter machen. Der Tod ist Teil des Lebens, wie die Geburt. Genauso wie du selbstbestimmt leben möchtest, möchtest du vielleicht auch irgendwann selbstbestimmt sterben. Damit das möglich ist, ist es notwendig sich damit zu beschäftigen, bevor du es vielleicht nicht mehr kannst und du schon in dieser Situation steckst. Außerdem kann dir das Bewusstsein über die Vergänglichkeit des Lebens auch helfen, dein Leben entsprechend deinen Wünschen und Bedürfnissen auszurichten. Wir leben oft so, als wären wir unsterblich. Als würde uns dieses Schicksal niemals blühen. Die Wahrheit ist anders. Wer das weiß, kann sein Leben bewusst genießen und so leben, dass es wirklich „gelebt“ wurde. Und so Jemand muss am Ende, am Sterbebett, auch nicht so viel bereuen

Im Königreich des Glücks, Bhutan, denken die Menschen täglich 5 mal an den Tod. Dort ist er Teil des Lebens. Dies ist ein Teil ihres Glücksrezepts. Einfach, weil sie das Leben dadurch mehr wertschätzen können.

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