Review zum 1. Death Café Reutlingen

Am 03.05.2019 um 19 Uhr haben sich insgesamt 17 „Todesmutige“ getroffen um offen über den Tod und alles was damit zusammenhängt zu sprechen.

Vielen lieben Dank an alle Teilnehmer! Ihr habt es wunderbar geschafft hier offen, wertschätzend und achtsam miteinander über den Tod zu sprechen!

Auf noch viele weitere bereichernde Death Cafés!!

Das so viele Menschen vom Death Café Reutlingen erfahren haben, habe ich vor allem den Printmedien zu verdanken, die sich glücklicherweise auch für das Thema interessiert haben. Hier findet ihr die Beiträge von denen ich weiß:

Hier ist nun mein Bericht zum ersten Death Café Abend:

Ich selbst war ziemlich wuschig und aufgeregt.. Ich habe vorher den Raum ordentlich und bunt dekoriert und die zahlreichen Snacks vorbereitet. Mein Mann Heiko hat mit angepackt, Kuchen für den Abend gebacken und die Besucher vor dem weXelwirken zum richtigen Eingang gelenkt. Herzlichen Dank an dieser Stelle auch nochmal an Christopher Schmidhofer vom weXelwirken, der uns den Raum für den Abend kostenlos zur Verfügung gestellt hat (normalerweise kostet der Raum pro Stunde ca. 26 €!).
Ich habe dann die Teilnehmer drinnen empfangen und das Kaufen der Getränke erklärt (Hier gibt es einen Kühlschrank mit Getränken, die Preise stehen am Kühlschrank (z. B. Wasserflasche 1 Euro, Cola 1,20 Euro) und die „Vertrauenskasse“ für die Bezahlung steht davor).

Am Vorbereiten


Nach einer kurzen Einführung mit der Erklärung, woher das Death Café kommt und worum es dabei geht, ging es los.

Meine Eingangsfrage um das Gespräch zu beginnen war: „Warum hat euch das Angebot angesprochen, was hat euch bewegt zu kommen, was ist eure Motivation?“

Worüber wurde an dem Abend so gesprochen?

  • Der Tod ist der Bruder vom Leben. Leben und Tod gehen Hand in Hand
  • Der Tod ist ein Tabuthema, über das wir sprechen sollten.
  • Das Death Café ist eine Chance neue Einblicke zu bekommen, etwas zu lernen und mit anderen in Resonanz zu kommen
  • Gespräche über Religionen -> Jemandes Religion: „Ich achte alles was lebt“
  • Suche nach Sinn und Antworten (auf Reisen)
  • Wie wünsche ich mir den Tod?
  • Eigene Krankheitsdiagnosen, Krebserkrankungen
  • Eigene Verlusterfahrungen – Begleitung bis zum Tod
  • Wenn ich mich mit dem Thema beschäftige, ziehe ich den Tod dadurch vielleicht in mein Leben?
  • Was kommt danach? Wo sind die Verstorbenen?
  • Wiedergeburt, sich wiederholende Aufgaben
  • Gespräche, wie sich andere Menschen verhalten und reagieren, wenn man dieses Thema „draußen“ anspricht
  • Beerdigungen
  • Früher hatte man mehr Berührungspunkte mit dem Tod, z. B. aufgewachsen auf dem Bauernhof, mehrere Generationen unter dem Dach, sterben zu Hause
  • Eigene Suizidabsichten im Leben
  • Eigene Ängste vor dem Thema Tod, nicht drüber sprechen wollen, verdrängen wollen
  • Pflege und Behandlung vor dem Tod waren Thema
  • Eigene Nahtoderfahrungen – Film lief ab, dem Tod von der Schippe gesprungen
  • Kinder auf Beerdigungen und Umgang mit dem Tod
  • Wie sind wir in der Kindheit mit dem Tod aufgewachsen – ferngehalten
  • Wie will ich nicht sterben? und Ängste davor
  • Verabschiedung von Sterbenden – letzte Party
  • Trauer darüber, die Eltern vor ihrem Tod nicht noch über ihr Leben ausgefragt zu haben, Chance etwas über ihre Geschichte zu erfahren verpasst
  • Aussöhnung am Sterbebett
  • Sterbevorsorge – ganz sachlich
  • Unterschiedliches Sterben – Manche Menschen klammern sich ans Leben, andere können gut loslassen
  • Zeichen von Verstorbenen (Näheerfahrungen)

.. also das ist nur das, was mir jetzt noch einfällt..
Und obwohl manche das beim Thema vielleicht nicht vermuten würden, aber wir haben auch herzlich gelacht.

Wir hätten sicher noch länger schwätzen können, aber ca. 21:10 Uhr hab ich die Teilnehmer informiert, wie spät es ist, weil ja der ein oder andere vielleicht noch auf den Bus muss oder einfach zeitig heim will. Dann gab es noch Feedback-Fragebögen zum Ausfüllen (Sorry, aber wichtig für mich zum justieren – Ergebnis siehe unten). Und das zusammen war dann auch schon der Startschuss für das langsame Aufbrechen. Es ergaben sich noch schöne Gespräche beim Anziehen und Rausgehen. Es gab ein paar Spenden für das Death Café Spendenkässchen (Danke!) und Eintragungen für den Newsletter und damit die Information über die weiteren Termine.

Wer also über die folgenden Death Café Termine informiert werden will, meldet sich am einfachsten für meinen Newsletter an oder folgt mir auf Facebook oder kuckt ab und zu auf meine Webseite. Über diese Kanäle werden dann neue Termine, sobald sie beschlossen sind, auf jeden Fall bekannt gegeben.


Hier die Auswertung der Feedback-Fragebögen (Zusammenfassung):

13 Teilnehmer (von insgesamt 17 – mir inklusive) haben die Fragebögen ausgefüllt. Danke dafür!

1. Wie würden Sie die Veranstaltung bewerten? (Schulnoten 1 sehr gut, bis 6 ungenügend)

Durchschnitt war Note 1,5

2. Wie wohl haben Sie sich während des Abends gefühlt? (Schulnoten)

Durchschnitt war Note 1,5

3. Wie viele Personen sollten (Ihrer Ansicht nach) maximal teilnehmen pro Abend?

Ergebnis war zwischen 15 und 20 Personen maximal, Größtenteils sollte es unter 17 / 18 Personen sein.

4. Was war gut?

  • Jeder Wortbeitrag war gut
  • Sehr guter Gesprächsumgang
  • Man hat sich willkommen gefühlt
  • Die Offenheit und Flexibilität (kein enges Raster)
  • Schöne Runde
  • Angenehme Stimmung
  • Sehr offen
  • Freier Austausch
  • Die Lebendigkeit der Runde
  • Offenheit
  • Unterschiedliche Erfahrungen
  • Wie mutig, aber auch humorvoll gesprochen wurde
  • Die Annäherung an das Thema
  • Zuhören aller Beiträge
  • Alles!
  • Die mitfühlende gute „Leitung“
  • Der erste Abend

5. Was sollte verbessert werden?

  • Fällt mir nichts ein bis jetzt
  • Vielleicht kannst du manche Monologe etwas abkürzen
  • Eigentlich nichts. Es sollten noch ein paar Abende stattfinden.
  • Es wäre schön, wenn jeder zu Wort kommen würde – ohne Zwang
  • Vielleicht eine runde Sitzordnung
  • Der Raum ist nicht gut geeignet
  • Vorstellungsrunde wäre klasse
  • Zeit einzelner Beiträge, wenn diese nicht zum Thema gehören, steuern
  • „woiß i et“
  • Die Veranstalterin hat wenig von Ihrem Leben preisgegeben

6. Was Sie sonst noch sagen möchten (z. B. was nehmen Sie heute für sich mit):

  • Für mich sehr interessante Beiträge, sehr bereichernd
  • Interessante Erfahrungen anderer
  • Hast du toll gemacht
  • Mir geht es gut
  • Interessanter Abend – interessante Themen
  • Was mich bewegt, bewegt auch andere
  • Gedankenaustausch ist bereichernd
  • Sterben war schon immer ein Lebensthema von mir!
  • Schöne Idee, dran bleiben
  • Möchte weitermachen
  • Die Runde taut auf

Mein Fazit aus den Rückmeldungen

  • Nicht mehr Teilnehmer, eher noch weniger (würde dann den Kreis auch runder machen, nicht so langgezogen)
  • ich denke es tut auch weniger Essen und Deko, ergo weniger Arbeit und Kosten für mich
  • Den Raum kann ich nicht ändern. Ich bin sehr dankbar, dass wir diesen Raum kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen haben und dank Christopher Schmidhofer auch weiter zur Verfügung gestellt bekommen! YEAH!
    Wenn Jemand bessere Räume zur Verfügung stellen kann, sagt mir gerne Bescheid und lasst uns schwätzen!
  • Das Thema hat viele angesprochen! Das finde ich wunderbar!
  • Eine Vorstellungsrunde werde ich erstmal nicht machen, solange wir so viele beim Death Café sind. Wenn es sich irgendwann vielleicht auf weniger Interessenten einpendelt, wäre das denkbar. Eine Vorstellungsrunde hätte z. B. 51 Minuten weniger Gespräch bedeutet, wenn jeder sich „nur“ 3 Minuten vorstellt (bei 17 Personen). Außerdem mag ich es, dass jeder so auf Augenhöhe und unbefangen mit jedem sprechen kann, unabhängig ob jemand Arzt, Reinigungskraft, Geschäftsführer, Rentner oder sonst was ist. Vor dem Tod sind wir eh alle gleich. Außerdem ergibt sich viel persönliches einfach so im Gespräch. Es besteht auch davor und danach noch die Möglichkeit sich miteinander zu vernetzen.
  • Ich werde vor dem Beginn noch über Monologe und Abschweifungen aufklären und zur Not im Gespräch eingreifen und abkürzen.
  • Jeder entscheidet selbst ob er sich beteiligt oder nicht. Zuhören ist auch ok und bringt auch weiter. Ich versuche dennoch mehr einzubinden (natürlich weiter ohne Zwang).
  • Ihr könnt mich jederzeit alles Fragen, was euch zu mir noch interessiert 🙂
  • Trotz das ich so gut wie nicht gesteuert oder reguliert habe, haben alle wertschätzend, offen und achtsam miteinander kommuniziert. Das war super! Respekt!
  • Wir machen weiter!

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