Review zum 2. Death Café Reutlingen

Am Freitag den 07.06.2019 um 19 Uhr, einem recht schwülwarmen Abend, haben sich wieder viele Mutige getroffen um offen über den Tod und alles was damit zusammenhängt zu sprechen.

Vielen lieben Dank an alle Teilnehmer! Ihr habt es erneut wunderbar geschafft hier offen, wertschätzend und bereichernd miteinander über den Tod zu sprechen!

Auf noch viele weitere bereichernde Death Cafés!!

Hier ist nun mein Bericht zum zweiten Death Café Abend:

Ich habe wieder bunt dekoriert und danach die Teilnehmer draußen empfangen. Es waren hauptsächlich neue Teilnehmer dabei und einige Wiederholungstäter vom letzten Mal. Meine Freundin und diesmalige Teilnehmerin Stefanie hat die Beteiligten drinnen mit Getränken versorgt.
Ihr könnt, wie schon im letzten Review erwähnt, hier vor Ort Getränke erwerben. Hier gibt es einen großen Kühlschrank mit Getränken, die Preise stehen direkt am Kühlschrank (z. B. Wasserflasche 1 Euro, Cola 1,20 Euro) und die „Vertrauenskasse“ für die Bezahlung steht davor. Ihr könnt euch aber auch jederzeit eigene Getränke mitbringen! Alles ist erlaubt!

Nach einer kurzen Erklärung, was das Death Café ist und was es nicht ist, ging es los.

Meine Eingangsfrage um das Gespräch zu beginnen, war eine Bitte an die Teilnehmer folgenden Satz zu vervollständigen: „Der Tod ist für mich..“

Die Antworten:

  • .. ein Rätsel
  • .. Ende und Neuanfang
  • .. Transformation / Übergang
  • .. etwas Schönes
  • .. an Erwartungen geknüpft (andere bewerten die Trauer der Trauernden)
  • .. viel Ungewissheit, Angst, Gefahr etwas zu verpassen
  • .. die Wahrheit
  • .. Freund und Feind

Worüber wurde an dem Abend sonst noch gesprochen?

  • Es werden Erwartungen an Menschen gestellt, die Jemanden verloren haben. Man kann es nicht allen Recht machen. Besser man trauert, wie man es selbst für richtig und stimmig hält.
  • „Unsere Sterblichkeitsrate beträgt 100 % !“
  • Glaube vs. Wissenschaft
  • „Der Tod und das Leben gehen Hand in Hand“
  • Lebensverlängerung vs. Sterben lassen
  • Quantenphysik und Tod, „Tod und Vergänglichkeit sind nur eine Illusion im Quantenkosmos“
  • Bericht über ein Medium das Verstorbene malt ohne diese je gekannt / gesehen zu haben und damit ins Schwarze trifft
  • Keine Angst vorm Tod, aber vorm Sterben
  • „Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen.“ Dalai Lama
  • Leben findet im Jetzt statt
  • Vorstellung ist Wirklichkeit
  • „Sie werden sterben!“
  • Leben hat keinen Sinn vs. Leben hat den Sinn, den man ihm gibt
  • Der Tod hat viele Facetten
  • Es gibt Menschen, die haben einfach entschlossen aus dem Leben zu gehen und sind dann binnen 48 Std. gestorben (ohne Krankheitsbefund). Sie haben entschieden loszulassen und zu sterben.
  • Sterbende suchen sich ihren Todeszeitpunkt aus. Sie sterben z. B. wenn die Angehörigen das Zimmer verlassen.
  • Umgang mit dem Tod in den Jahrhunderten zuvor. Die Kirche hat die Todesvorstellungen bestimmt.
  • Leben ist Leiden, danach kommt die Erlösung (Himmel, 72 Jungfrauen, ..)
  • Heute gibt es viele individuelle Vorstellung vom Tod und dem Danach
  • Der Tod wurde vielfach aus dem Leben verbannt und an Institutionen abgegeben
  • Kinder vor dem Tod bewahren vs. offen mit dem Tod umgehen
  • Der Tod kommt aktuell vermehrt in den Medien vor
  • Würdevolles Sterben
  • Patientenverfügung: Was wie bestimmen und festlegen? Kann ich Angehörigen solche Entscheidungen zumuten? Verfügung aktuell halten (was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern. Vorstellungen ändern sich) Über die eigenen Wünsche mit seinen Lieben sprechen!
  • Wie entscheiden, ob Leben noch lebenswert ist? Maschinen abschalten oder nicht?
  • „Wir denken, wir haben ewig Zeit“
  • „Der Tod ist immer dein Begleiter, er begleitet dich von Kindesbeinen an.“
  • Verstand vs. Bauchgefühl
  • Kontrolle vs. Hingabe
  • Gibt es Zeichen die mir sagen, dass ich etwas tun oder nicht tun soll?
  • Bucket List: Was ich will ich vor dem Tod noch erleben?
  • Wie möchte ich sterben?
  • Dinge die man ändern kann ändern, die anderen akzeptieren
  • Wo kommen wir her, wo gehen wir hin? Ist ein Baby eine alte Seele in einem neuen Kleid?
  • Es geht darum mit seinen eigenen Vorstellungen vom Tod zufrieden zu sein. Jeder darf seine eigenen Vermutungen darüber aufstellen und daran glauben.

Buchtipps:

  • „Der Tod hält sich an keine Regel“ von Ansgar Bausenhart
  • „Die andere Seite der Trauer“ von George A. Bonanno
  • „Leben nach dem Tod“ von Raymond A. Moody

Linktipp:

Wir durchliefen wieder unterschiedlichste Gefühle, würde ich sagen, z. B. Betroffenheit, Freude und Lachen, Neugierde, Erleichterung, Überraschung, Vertrauen, uvm.

Ich danke euch auch für die Spenden im Death Café Spendenkässchen. So bleibt die Versorgung mit Süßem und Salzigen gesichert!

Wer weiter über die folgenden Death Café Termine (und andere) informiert werden will, meldet sich am einfachsten für meinen Newsletter an oder folgt mir auf Facebook oder kuckt ab und zu auf meine Webseite. Über diese Kanäle werden dann neue Termine, sobald sie beschlossen sind, auf jeden Fall bekannt gegeben.

Danke für euer aktives Mitwirken und bis zum nächsten Mal!

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